Veranstaltungen

BEETHOVEN-FESTIVAL GNEIXENDORF

10. bis 12. September 2021

Inspiration und Mythos

Ludwig van Beethoven galt bereits seinen Zeitgenossen als Inbegriff eines visionären Künstlers, der es wie kein anderer verstand, Musik für eine neue Zeit zu schreiben. Selbststilisierung und hohes Kunstethos führen schon bald zu Überhöhung von Werk und Mensch. Nachfolgende Komponistengenerationen verstanden sein Erbe durchwegs als Prüfstein und Herausforderung für ihr eigenes Komponieren. So bot ihnen Beethovens Kunst reiche Inspiration und zahllose Impulse, um wiederum Eigenes und Neues zu schaffen.

Werke von Dmitri Schostakowitsch, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert und Johannes Brahms

SCHOSTAKOWITSCH & BEETHOVEN

Freitag, 10. September 2021 – 19.00 Uhr

„Bei Beethoven haben wir alles – Klassik und Romantik und das 20. Jahrhundert.“
Dmitri Schostakowitsch

 

Die als „Mondschein-Sonate“ ungemein populär gewordene Komposition gilt als eine der meistgespielten und populärsten Stücke der klassischen Klavierliteratur. Deren Intensität, die von suggestiver Sogwirkung eines Nocturne im ersten Satz hin zur exaltierten Leidenschaft im Schlusssatz reicht, begründete den romantischen Mythos des Werkes. Schostakowitsch Viola-Sonate, als sein letztes Opus ein resignativer, zugleich aber ergreifender Abschiedsgesang und tönendes Testament, nimmt mit einem Zitat aus der „Mondschein-Sonate“ direkt Bezug das große Vorbild Beethoven.

 

Dmitri Schostakowitsch
Impromptu für Viola und Klavier (1931)

Ludwig van Beethoven
Klaviersonate Nr. 14 cis-Moll op. 27/2 „Mondscheinsonate“

Dmitri Schostakowitsch
Sonate für Viola und Klavier op. 147

Mario Gheorghiu, Viola
Catalina Butcaru, Klavier

Nadja Kayali, Rezitation
Manfred Permoser, Moderation

FRANZ SCHUBERT

Samstag, 11. September 2021 – 19.00 Uhr

„Wer vermag nach Beethoven noch etwas zu machen?“
Franz Schubert

 

Schubert verehrte und bewunderte den eine Generation älteren Beethoven seit seiner Jugend. Auch in seinen eigenen Kompositionen finden sich verschiedentlich Einflüsse der Musik des Meisters. Doch entwickelt Schubert speziell in der Kammermusik einen für ihn typischen lyrisch-poetischen Ton, der sich von jenem Beethovens charakteristisch unterscheidet. Besonders merkbar wird dies im Klaviertrio B-Dur und im Notturno Es-Dur – beides Werke der Reifezeit, entstanden in der letzten Lebensphase Schuberts und nach Beethovens Tod.

 

Franz Schubert

Thema aus Impromptu Nr. 3 B-Dur D 935

Klaviertrio B-Dur D 898

Sonatensatz B-Dur D 28

Notturno Es-Dur D 897

Klara Flieder, Violine
Christophe Pantillon, Violoncello
Patrick Leung, Klavier

Albert Hosp, Rezitation
Manfred Permoser, Moderation

JOHANNES BRAHMS

Sonntag, 12. September 2021 – 11.00 Uhr

„Das ist das Erbe Beethovens!
Joseph Hellmesberger

 

Dem Genius Loci nachzuspüren und den „Wein zu trinken, wo ihn Beethoven getrunken hat“ – Anreize genug für Johannes Brahms, um 1862 erstmals nach Wien zu reisen. Mit der erfolgreichen Uraufführung seines Klavierquartetts A-Dur op. 26 (von der Kritik als „Erbe Beethovens“ gefeiert) gelingt Brahms ein glänzender Einstieg in die vor Ort etablierte Musikszene.

 

Johannes Brahms

Aria und Variation Nr. 1 aus Variationen und Fuge über ein Thema von Händel op. 24

Klavierquartett A-Dur op. 26

Gregor Reinberg, Violine
Severin Endelweber, Viola
Bertin Christelbauer, Violoncello
Irén Seleljo, Klavier

Manfred Permoser, Moderation

KÖCHEL-PROMENADE

Auf Mozarts Spuren

durch Krems und Stein

„Nachts waren wir zu Stein…“
Wolfgang Amadé Mozart, 1762

 

Aus Anlass des 20jährigen Jubiläums der 1995 konstituierten Köchel Gesellschaft Krems wurde mit der „Köchel-Promenade“ ein nachhaltiges Beispiel interaktiver Auseinandersetzung mit musikalischem Erbe gesetzt. 20 Stationen zu musikalisch bedeutenden Gebäuden, Höfen und Plätzen sollen Besucherinnen wie Besuchern interessante Eindrücke einer überaus reichhaltigen Tradition und der lebendigen Gegenwart unserer Kulturstadt ermöglichen. Die Musikbeispiele sowie viele weitere Informationen können via Smartphone auch direkt vor Ort abgerufen werden und machen auf diese Weise einen virtuellen Themenweg mit Audioguide unmittelbar erlebbar. Die Finanzierung der „Köchel-Promenade“ ist durch Subventionen der Kulturabteilungen der Stadt Krems und des Landes Niederösterreich mit Beteiligung der „Ludwig Ritter von Köchel Gesellschaft“ realisiert worden. Zudem haben Sponsoren aus der regionalen Wirtschaft und private Geldgeber die Patenschaft für einzelne Stationen übernommen.

Idee & Konzept: Severin Endelweber und Manfred Permoser

Sprecher: Albert Hosp

BEETHOVEN IN GNEIXENDORF

Dauerausstellung vor Schloss Wasserhof

 

 

„Wir schreiben Ihnen hier von der Burg des Signore fratello.“
Ludwig van Beethoven, 1826

 

„Freu dich des Lebens“ notiert Ludwig van Beethoven in sein Konversationsheft, als er Ende September 1826 am Gut des Bruders Johann die spätsommerliche Landidylle Gneixendorfs genießen konnte. Gemeinsam mit seinem Neffen Karl fand er auf Schloss Wasserhof die lang ersehnte Ruhe und Erholung. Noch einmal findet Beethoven in der ländlichen Umgebung die Inspirationsquelle eines einzigartigen Schaffensprozesses. Mit den Finalsätzen zu den Streichquartetten op. 130 und op. 135 entstehen dort seine letzten bedeutenden Kompositionen. Als nachhaltige Ergänzung zur Veranstaltungsreihe BEETHOVEN 2020 @ KREMS präsentiert die Köchel Gesellschaft Krems nun eine frei zugängliche Dauerausstellung am Schloss Wasserhof in Gneixendorf. Auf vier Schautafeln an der Fassade dieses musikhistorisch einzigartigen Gebäudes werden Aufenthalt, Alltag, Komponieren und Nachleben des ‚Mythos Beethoven‘ illustriert. Die musikalische Umrahmung der Eröffnungsveranstaltung durch das Koehne Quartett fand am 11. Juni 2021 im barocken Schüttkasten des Schlosses statt – mit Ausschnitten aus den in Gneixendorf entstandenen Streichquartettwerken.